Familie, Liebe, Doppelmoral in Kreuzberg: Kutluğ Atamans mutiger Meilenstein des queeren deutsch-türkischen Kinos
Der 17-jährige Murat (Baki Davrak) wächst in einer türkischen Familie in Berlin-Kreuzberg auf und entdeckt heimlich seine Homosexualität. Bei Streifzügen durch die queere Szene begegnet er der Dragkünstlerin Lola (Gandi Mukli) und erfährt, dass Lola zu seiner eigenen Familie gehört: als älteres Geschwister, das der strenge Familienpatriarch Osman einst verstoßen hat. Lolas Geliebter, der machohafte Bilidikid (Erdal Yıldız), will mit Lola eine Zukunft aufbauen, allerdings nur zu seinen Bedingungen. Als ein Gewaltverbrechen geschieht, wird die Suche nach der Wahrheit zur Zerreißprobe.
Kutluğ Ataman erzählt mit Wucht und Zärtlichkeit von Männlichkeitsbildern, Doppelmoral und dem Preis der Selbstbestimmung. Der Film eröffnete 1999 die Panorama-Sektion der Berlinale. Filmgeschichtlich markiert er den Aufbruch des deutsch-türkischen Kinos Ende der 1990er-Jahre. Wie Fatih Akins „Kurz und schmerzlos“ oder Thomas Arslans „Dealer“ löst er sich vom „Kino der Betroffenheit“, das Migranten vor allem als Opfer zeigte, und setzt auf selbstbewusste, vielschichtige Figuren. Mit seiner queeren Perspektive ist er ein Meilenstein dieser Bewegung.
Der 17-jährige Murat (Baki Davrak) wächst in einer türkischen Familie in Berlin-Kreuzberg auf und entdeckt heimlich seine Homosexualität. Bei Streifzügen durch die queere Szene begegnet er der Dragkünstlerin Lola (Gandi Mukli) und erfährt, dass Lola zu seiner eigenen Familie gehört: als älteres Geschwister, das der strenge Familienpatriarch Osman einst verstoßen hat. Lolas Geliebter, der machohafte Bilidikid (Erdal Yıldız), will mit Lola eine Zukunft aufbauen, allerdings nur zu seinen Bedingungen. Als ein Gewaltverbrechen geschieht, wird die Suche nach der Wahrheit zur Zerreißprobe.
Kutluğ Ataman erzählt mit Wucht und Zärtlichkeit von Männlichkeitsbildern, Doppelmoral und dem Preis der Selbstbestimmung. Der Film eröffnete 1999 die Panorama-Sektion der Berlinale. Filmgeschichtlich markiert er den Aufbruch des deutsch-türkischen Kinos Ende der 1990er-Jahre. Wie Fatih Akins „Kurz und schmerzlos“ oder Thomas Arslans „Dealer“ löst er sich vom „Kino der Betroffenheit“, das Migranten vor allem als Opfer zeigte, und setzt auf selbstbewusste, vielschichtige Figuren. Mit seiner queeren Perspektive ist er ein Meilenstein dieser Bewegung.